Psychotherapie, psychologische Beratung & Coaching in Frankfurt am Main & Online

Autor: JuliaMöller

„Richtig“ trauern in der Psychotherapie?

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Im Laufe des Lebens kommt es immer wieder vor, dass wir den Verlust eines geliebten Menschen erleiden.

Es ist der Lauf des natürlichen Lebens, Tod und Trauer, welcher immer wieder Verluste mit sich bringt, welche wir verarbeiten müssen. Plötzlich ist man Hinterbliebener. Trauer kann verschiedene Formen annehmen und wird oft von starken Emotionen begleitet. Der Verlust kann den Tod eines geliebten Menschen, das Ende einer Beziehung oder den Verlust eines Arbeitsplatzes umfassen. Manchmal müssen wir uns auch trennen von Bildern und Vorstellungen, welche wir von jemandem hatten.

Trauernde Menschen können Gefühle wie Traurigkeit, Wut, Schuldgefühle und eine tiefe Leere erleben. Manchmal kann es hilfreich sein, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen, um mit dem Verlust umzugehen. Ein Psychotherapeut oder Psychologe in der Nähe kann bei der Bewältigung der Trauer helfen und Wege aufzeigen, wie mit dem Verlust umgegangen werden kann. Durch Gespräche im sicheren Raum einer Psychotherapie oder psychologischen Beratung kann der Trauerprozess begleitet werden und dabei helfen, die aufkommenden Emotionen zu verstehen und zu verarbeiten. 

Rein formal gibt es in der Trauerarbeit vier Phasen der Trauer: Das anfängliche Leugnen, dann das Realisieren durch starke Emotionen, das Sich-Trennen und die Neuorientierung. 

Solche Konzepte wie die Trauerphasen sind ein wichtiger Ansatzpunkt, doch sicher erleben wir alle das Trauern auf eine andere Weise. Und durchlaufen die unterschiedlichen Phasen auch mehrfach. 

Und manchmal braucht es einige Schleifen und wir erleben die gleichen Erinnerungen, Gedanken und Empfindungen mit Emotionen immer und immer wieder. 

Das kann anstrengend werden. Doch es lohnt sich, alle aufkommenden Empfindungen wahrzunehmen und nicht weg zu schieben, auch, wenn es sich sehr unangenehm anfühlt. Alles, was aufkommt in uns, an Gedanken und Empfindungen, hat seine Berechtigung. Sonst wäre es nicht aufgekommen. Es kommt nicht von irgendwo, sondern aus uns, aus unserem Inneren.

Und da sollten wir hinschauen. 

Und uns nicht selbst zensieren und über uns urteilen, sondern uns selbst liebevoll zuhören. Denn hierzu sei gesagt: Keine Empfindung bleibt für immer. Es sind stets Wellen, die kommen und gehen. Manchmal kommen auch starke Wellen, dann wieder schwächer. Oder auch mal gar keine. So wie das Wetter nicht exakt vorhersehbar ist, so sind auch unsere Gedanken, Empfindungen und Emotionen nicht.

Denn wir können nie genau planen, wem wir im Leben begegnen, in welche Situationen wir kommen und was das in Kind auslöst. Die Kunst des Lebens liegt nicht darin, die Wellen zu vermeiden, sondern sie zu reiten. Wer möchte schon mit seinem Surfbrett passiv am Strand stehen, und nur die Wellen des Lebens betrachten?

Jede Träne reinigt uns vom Alten, was wir nicht mehr brauchen, und öffnet uns für den Weg, der vor uns liegt.

Trauerbegleitung schafft Platz für Neues in uns. 

Eine starke Identität lohnt sich

Unsere Identität ist einmalig. Es gibt keinen anderen Menschen auf dieser Welt, welcher so ist wie wir. Wir sind ein Unikat. Niemand hat die gleiche Geschichte wie wir. Unser Denken, Fühlen, Erleben, unsere Wahrnehmung und unser Verhalten sind nie deckungsgleich, auch wenn wir uns einigen Menschen näher fühlen als anderen.

Identität macht Authentizität erst möglich

Identität macht es uns erst möglich, Position zu beziehen und eine eigene Meinung zu entwickeln. Gleichzeitig ermöglicht sie uns, geistig flexibel zu sein und auf Basis von Argumenten zu diskutieren. Identität grenzt uns ab von anderen, macht aber auch ein „Wir“ möglich. Das Ich bleibt also im Wir erhalten und verliert sich nicht im Kollektiv, da uns eine starke Identität vor dem Ich-Verlust schützt. Das gilt vor allem für enge Partnerschaften oder Wohnen in Gemeinschaft. Das alles macht uns authentisch in unserem Handeln.

Identität und Konflikte

Identität bedeutet aber auch, in Konflikte zu geraten, da eine eigene Position es immer auch mit sich bringt, dass es Menschen gibt, die eine andere Meinung haben. Je stärker die Identität, umso klarer sind die eigenen Grenzen und können verteidigt werden. Und nicht nur das, unsere Identität macht es auch möglich, auf der Basis der Begegnung mit uns selbst in Begegnung mit Menschen zu gehen. Daraus entwickeln sich dann tiefe Beziehungen und echte Begegnungen. Diese führen uns zu neuen Einblicken, Erfahrungen und Perspektiven sowieso Austausch und ermöglichen uns Zufriedenheit, Ausgleich und Weiterentwicklung.

Konflikte, Diskussionen und weitere können zwar fordernd sein, sind aber wichtig für gesunde Beziehungen. Reibungen können Beziehungen verändern und weiter entwickeln. Es gibt keine perfekte Harmonie auf dieser Welt und symbiotische Beziehungen mit einem Quasi-Verschmelzen zweier Menschen ist wenig erstrebenswert, da der Preis darin besteht, sein eigenes Ich aufzugeben. Und dieser Preis ist ziemlich hoch, da man dadurch sein wahres Selbst verleugnet.

Es lohnt sich also, „bei sich zu bleiben“.

Das Positive im Abschied nehmen

Wenn wir Abschied nehmen, dann verbinden wir damit meist Traurigkeit. Das ist auch gut so, denn wir realisieren durch die Traurigkeit, dass wir etwas oder jemanden verloren haben. Oder zumindest die Vorstellung von etwas oder jemandem, die sich nicht realisieren wird, wie wir es uns gewünscht haben.

Doch im Abschied liegen ganz tolle neue Möglichkeiten.

Denn wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine neue. Das bedeutet, dass wir uns lediglich dem Neuen, dem Unbekannten öffnen müssen. Neue Perspektiven gibt es immer, wir müssen sie nur sehen und danach greifen. Und genau hierin liegt das Positive. Wir können uns fragen nach dem Abschied, was uns das Leben als Nächstes wohl bereithält, und uns darauf freuen.

Wir selbst gestalten unser Leben, dieses große Abenteuer!

Das erschöpfende Gedankenkarussell

Alle Gedanken geben oder nehmen uns Energie. Denn Gedanken führen oft zu Emotionen, oder Emotionen rufen Gedanken hervor.

Wenn sich ein ganzer Strudel von Gedanken entwickelt, oder ein Gedankenkarussell, so kann es uns erschöpfen und wir fühlen uns sehr müde. Diese Gedankenkarusselle sind nicht produktiv, da sie oft Schleifen drehen und wir somit mit unserem Kernproblem oder der eigentlichen Frage gar nicht eitert kommen. Dahinter steckt oft Angst, die gebunden wird durch die vielen Gedanken.

Wir können Strategien entwickeln, um dies zu stoppen, zum Beispiel in dem wir uns ein Stoppschild vorstellen oder einfach „Stopp“ sagen. Es hilft auch, wenn wir das Umfeld verändern, zum Beispiel nach draußen gehen, oder mit lieben Menschen sprechen. So bekommen wir neue Impulse und können aus dem Karussell aussteigen.

In jedem Fall geht es darum, nicht zu viel Energie an Gedankenkarusselle zu verlieren, da uns die dann an anderer Stelle für eine gute Lebensqualität fehlt.

Wenn wir uns antriebslos fühlen

Wenn wir uns antriebslos fühlen, dann kann dies auf eine Depression oder depressive Episode hinweisen, muss es aber nicht.

Antriebslos bedeutet zuerst einmal lediglich, dass wir wenig Energie haben und uns lustlos fühlen.

Nun können wir genauer hinsehen, auf welche Bereiche unseres Lebens sich die Antriebslosigkeit bezieht. Geht es um den eigenen Haushalt, unseren Sport, oder um größere Themen wie unsere Beziehungen, oder den Beruf?

Wir sollten zudem unterschieden, ob wir diesen Energiemangel dauerhaft fühlen, oder ob es sich nur um eine Phase handelt. Das kann auch wetterbedingt sein, wenn es besonders heißt ist im Sommer, oder kalt und dunkel im Winter.

Es lohnt sich, genau hinzuschauen, was unsere Lustlosigkeit hervorruft. Geht es wirklich um ein Thema, welches uns Energie entzieht, oder fehlt es an Ausgleich für als lästig wahrgenommene Verpflichtungen?

Es gibt viele Möglichkeiten, wieder in die eigene Energie zu kommen. Daher lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Was sind unsere Bedürfnisse, was sind unsere Werte? Was belastet uns, was gibt uns Freude und erfüllt uns?

Mit der Energie gehen

Wenn wir erschöpft sind oder uns ausgebracht fühlen, dann hat das immer mit unserer Energie zu tun.

Wir alle haben 100% Energie. Jeder und jede von uns hat ein unterschiedliches Level an Energie. Manche von uns haben mehr Energie als andere.

Wenn wir dauerhaft mehr Energie verlieren als wir gewinnen, fühlen wir uns erschöpft. Unser Akku ist leer.

Daher ist es entscheidend, dass wir herausfinden, was oder wer uns Energie gibt, und wer oder was uns Energie nimmt.

Energie geben tut uns alles, was uns gut tut. Das können Aktivitäten ganz verschiedener Art sein, aber auch ein gutes Gespräch.

Wir können uns auch selbst Energie geben, durch Erinnerungen an schöne Erlebnisse oder liebe Menschen. Diese Gedanken stärken uns, wenn es uns mal nicht so gut geht. Wir können auch auf schöne Erlebnisse hoffen, ohne zu viel zu erwarten. Wir können nie genau wissen, was passieren wird, aber es tut uns gut, optimistisch zu sein.

Und was uns immer Energie gibt, ist, das Leben nicht so ernst zu nehmen. Humor hilft in allen Lebenslagen!

Letztendlich bestimmt unsere Einstellung langfristig über unser Energielevel. Je offener wir sind, desto eher finden wir Energiequellen.

Wir können uns gar nicht dauerhaft erschöpfen, wenn wir dranbleiben und nach Menschen und Aktivitäten schauen, die uns immer wieder Energie geben.

Wenn Angst unser Leben beherrscht

Angst ist das stärkste Gefühl, was wir erleben können. Es geht bei der Angst letztlich um unser Überleben, über das Sein oder das Auslöschen unserer Existenz.

Angst beschützt uns vor Gefahr, was evolutionär gesehen sehr sinnvoll war.

Angst als Problem

Das Problem ist nur, dass sich unsere Ängste in heutiger Zeit nur sehr selten auf lebensbedrohliche Situationen bezieht, sondern eher auf negative Vorstellungen unserer eigenen Zukunft, unserer Person oder unserer Umwelt. Dies zeigt sich dann an Grübeln um die gleichen Themen, Sorgen oder es zeigt sich körperlich an Schlafstörungen, Übelkeit, Kopfschmerzen oder anderen Empfindungen.

Oft ist es auch so – in meiner Wahrnehmung – dass sich hinter Gefühlen von Wut, Traurigsein, Verachtung, Misstrauen, Schamgefühlen und so weiter eigentlich Angst verbirgt. Vielleicht ist es die Angst vor Kontrollverlust (in einer Welt, die wir sowieso nicht verstehen), die Angst vor dem Verlassenwerden, vor dem sozialen Abstieg und so weiter. Häufig rühren diese Ängste aus besagten Vorstellungen, wie das Leben zu sein hat, wie sich jemand zu verhalten hat, also letztlich aus Erwartungen.

Wenn nun diese Vorstellungen und Erwartungen unser Leben beherrschen und wir uns immer wieder in der gleichen Schleife von diesen Gedanken und Gefühlen drehen, dann stehen wir uns selbst im Weg, weil wir letztendlich unserer Angst nachgeben und sie nicht überwinden. Es ist ein ähnliches Phänomen wie Sigmund Freuds „Wiederholungszwang“.

Angst aushalten lernen

Echtes Leben liegt jedoch hinter der Angst, also darin, Ängste zu überwinden. Das hat nichts Esoterisches, sondern Angst überwinden heißt, Dinge zu tun. Und zwar genau die Dinge, die einem Angst machen. Man muss durch die Angst gehen, sie durchstehen und aushalten. Das ist schmerzlich, unangenehm und mag auch andere unangenehme Gefühle hervorrufen. Doch die Mühe lohnt sich. Denn nur so wird Veränderung möglich, und Ängste können überwunden werden.

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