Bemerkenswert

Wie wir uns selbst annehmen

Wenn wir Lebendigkeit in unserem Leben zulassen, dann bedeutet es, dass wir allen unseren Gefühlen einen Raum geben.

Gefühle kommen und gehen. Wir können sie betrachten wie Wellen auf dem Meer. Mal sind Gefühle stärker, dann sind die Wellen höher, und mal niedriger, dann sind die Wellen flacher. Doch kein Gefühl bleibt für immer. Daher tut es uns gut, Gefühle zu fühlen und ihnen Raum zu geben, in dem Wissen, dass sie vorbei gehen werden.

Es kostet uns sehr viel Kraft, wenn wir aufkommende Gefühle unterdrücken wollen, da wir dann sozusagen gegen sie ankämpfen. Das kostet doppelt Energie, da die aufkommenden Gefühle bereits Energie verbrauchen und das Unterdrücken ebenfalls Energie kostet.

Gefühlen den Raum geben, ohne sich in ihnen zu verlieren, bedeutet, dass wir uns selbst annehmen. Wir können uns jederzeit bedingungslos annehmen. So können wir milde auf uns selbst und auf andere blicken und das Leben gelassener gestalten.

Auf diese Weise laden wir automatisch Lebendigkeit in unser Leben ein. Denn wahrhaftes Leben beinhaltet die gesamte Palette an Gefühlen. Wir sollten uns daher erlauben, diese Gefühle zu fühlen und zum Ausdruck zu bringen. Die Erlaubnis dafür können nur wir selbst uns geben.

Die Freiheit durch Gedanken

Gedanken können nur dann Macht über unser Handeln bekommen, wenn wir ihnen glauben. Ohne den Glauben daran haben sie keine weitere Bedeutung. Sie können vorüberziehen, wie Wolken am Himmel.

Alle Gedanken, die wir haben, sind richtig und wahr, aber sie stellen nicht die ultimative Wahrheit dar.

Durch das Anschauen unserer Gedanken können wir lernen zu erkennen, wie wir denken. Denn unser Denken wirkt sich aus auf unser Handeln und damit auf unser Leben. Es beeinflusst unsere Energie, da jeder Gedanke auch Energie enthält, positive oder negative.

So können uns Gedanken erschöpfen oder Energie geben.

Gedanken, wie auch Gefühle, können sich verändern. Und wir können langfristig verändern, wie und was wir denken.

Dadurch kann sich auch unser Leben verändern.

Grübeln und Angst

Wenn wir uns Grübeln kommen, dann denken wir übermäßig viel nach. Grübeln kann uns von Ängsten ablenken, welche wir nicht anschauen wollen, aber gleichzeitig erschöpft es uns auch.

Denken ist eine wichtige und tolle Sache, nur sollten wir sozusagen „dosiert“ denken. Und vor allem positiv.

Denn denken müssen wir sowieso, also warum dann nicht gleich positiv.

Natürlich wird sich nicht immer das realisieren, was wir uns im Positiven ausmalen. Doch das Prinzip der selbsterfüllenden Prophezeiung trägt etwas Wahres in sich, da uns positive Vorstellungen und Visionen eher ins Handeln für eine positive Zukunft bringen.

Grübeln hingegen ist häufig oder fast immer in Bezug auf Themen, die uns belasten. Nur bringt es uns wenig, immer wieder in die gleichen gedanklichen Schleifen zu geraten, da sich dadurch nichts ändert.

Und wir wollen ja durch das Denken eigentlich erreichen, dass es uns besser geht und wir die gegenwärtige Situation verändern.

Veränderung kann jedoch nur gelingen, wenn wir in Zukunft anders denken und handeln.

Strategien und Techniken zur inneren Veränderung können wir lernen und trainieren, sofern wir offen und motiviert sind. Dann kommen wir immer seltener in Schleifen des Grübelns über das immer Gleiche und können unser Leben gestalten und besser leben.

Ein Nein ist ein Ja zu uns selbst

Es hilft unserer psychischen Gesundheit sehr, wenn wir Grenzen setzen.

Ein Nein zu anderen ist ein Ja zu uns selbst. Denn durch die Entscheidung eines Nein entscheiden wir uns auch für etwas, das uns am Herzen liegt. Das kann Zeit für uns selbst sein, eine Aktivität oder etwas Anderes.

Grenzen setzen können wir auf ganz unterschiedliche Weisen. Es muss jedoch nicht immer ein „Nein“ sein oder in Worte gefasst werden. Schon unsere Körpersprache kann ausstrahlen, wo unsere Grenzen gesetzt sind.

Damit wir unsere eigenen Grenzen gut spüren können, sollten wir unseren Körper kennenlernen. Denn Gefühle wie Wut zeigen eine Grenzverletzung an, und es ist hilfreich, die Wut zuzulassen und zu spüren.

Die Wut will uns lediglich zeigen, wo wir gut für uns selbst sorgen können.

Wenn wir glauben, dass es schwierig ist, Grenzen zu setzen, oder wir wissen vermeintlich gar nicht, wie das gehen könnte, so kennen wir lediglich den Weg noch nicht.

Es gibt immer einen Weg, uns selbst zu erkunden, wir müssen ihn nur finden.

Wir können zum Beispiel damit beginnen, zu schauen, wann wir in Wut geraten. Was ist zuvor passiert? Gab es eine bestimmte Situation, die der Auslöser war? Oder schwelt schon länger etwas in uns, was wir gar nicht einer bestimmten Situation zuordnen können?

Es ist sehr wertvoll, wenn wir uns selbst beobachten lernen. Auf diese Weise können wir Hinweise bekommen, wo wir in Zukunft Grenzen ziehen sollten, damit es uns wieder gut geht.

Wir können jederzeit damit anfangen, da jeder Moment uns jede Situation die uns die Gelegenheit bietet, uns neu zu entscheiden.

Gefühle – Richtig oder falsch?

Wir alle haben Emotionen und Gefühle. Emotionen sind dabei eher kurzfristige, stärkere Empfindungen, während Gefühle eher längerfristig sind und intensiver oder flacher sein können.

Wenn wir Emotionen und Gefühle mit etwas innerem Abstand betrachten, dann drücken sich diese Empfindungen aus in Gedanken und Vorgängen im Körper. Jeder Mensch spürt sie auf eine andere Weise, und jeder hat andere damit einhergehende Gedanken.

Sind Gefühle und Emotionen nun falsch oder richtig?

Alle diese Empfindungen sind erst einmal richtig, da sie empfunden und ausgedrückt werden. Wenn wir sagen, dass eine Emotion oder Gefühl falsch ist, würden wir einerseits jemanden bewerten und andererseits denjenigen auch seine Wahrnehmung absprechen. Damit hat jede Emotion und jedes Gefühl seine Berechtigung.

Die Frage ist jedoch, welche Emotionen und Gefühle uns gut tun. Und hier wird es komplexer, da viele unserer heutigen Gedanken und Gefühle nicht eine Reaktion sind auf das, was gerade geschieht, sondern eine Wiederholung darstellen von Situationen aus der Vergangenheit. Hier lohnt es sich, hinzuschauen, was uns die Emotion oder das Gefühl signalisieren möchte. Denn jede Empfindung ist ein Signal, wie Hunger oder Durst es auch sind. Sie wollen uns motivieren, nach unseren Bedürfnissen zu schauen.

Wenn wir unsere Empfindungen hinterfragen und daraus Handlungen für unser Leben kreieren, dann können wir uns ein Leben gestalten, das unseren Maßstäben entspricht. Denn hinter jeder Emotion und hinter jedem Gefühl steht letztlich ein Bedürfnis, welches gesehen werden will.

Die heilsame Wahrheit

Die Wahrheit zu erfahren, nicht nur im Kopf, sondern das Verstehen im Herzen, kann sehr schmerzhaft sein.

Zu erkennen, dass man sich lange etwas vorgemacht hat, Menschen in der eigenen Wahrnehmung verzerrt wahrgenommen hat, weil man einfach ertragen wollte oder konnte, sie zu sehen, wie sie wirklich sind, tut weh.

Doch Unordnung verschwindet nicht, wenn man einfach nur die Tür schließt.

Die große Kraft der Wahrheit liegt in der Erkenntnis, die sie bereithält. Denn diese Gewissheit kann vorher bestehende Gefühle überlagern und letztlich überschreiben.

Letztendlich ist es nicht das Ende der Welt, von anderen Menschen enttäuscht oder verletzt zu werden. Denn Enttäuschungen sind bloß ein Wegnehmen einer Illusion.

Und in einem aufgeräumten Zimmer lebt es sich auch viel schöner.

Auf dem zerstörten Boden kann dann nach einer Zeit der Regeneration neue fruchtbare Erde entstehen. Es schafft Platz für ganz neue Möglichkeiten.

Empathie statt Sympathie

Wenn wir jemanden sympathisch finden, dann mögen wir diesen Menschen. Wir freuen uns, wenn es dem Menschen gut geht, und wir leiden mit, wenn es ihm oder ihr nicht gut geht. Wir fühlen also die gleichen Gefühle, wie unser geliebter Mensch.

Sympathie bringt jedoch für uns mit sich, dass wir eben auch mit leiden. Das Problem ist jedoch, dass wir nur begrenzten Einfluss haben auf das Gefühlsleben von anderen Menschen. Das bedeutet, dass das Mitleiden weder uns selbst noch, noch unseren geliebten Menschen weiter bringt.

Daher macht es mehr Sinn, wenn wir uns in Empathie üben. Empathie bedeutet, dass wir uns in den anderen hineinversetzen können, ohne seine Gefühle zu fühlen.

Auf diese Weise bleiben wir unabhängiger und mehr bei uns, und wir können dem anderen auch viel besser weiter helfen, wenn es ihm oder ihr gerade nicht gut geht. Dann Empathie führt dazu, dass wir nicht so sehr von eigenen Gefühlen „vernebelt“ werden. So bleibt viel Raum für Kreativität und Lösungen.

Über Projektionen

Wir alle sehen manchmal etwas in anderen Menschen, was eigentlich in uns ist. In solchen Momenten projizieren wir.

Es kann vorkommen, dass wir unangenehme oder unerwünschte Gefühle bei anderen sehen. Es kann aber auch sein, dass wir positives in anderen sehen, was wir bei uns selbst nicht wahrnehmen.

Das Problem bei Projektionen ist, dass wir nicht bei uns selbst sind, sondern auf andere schauen. Dadurch machen wir uns potenziell abhängig von anderen und deren Verhalten.

Versuch einmal wahrzunehmen, was Du in anderen zu sehen glaubst. Haben andere vermeintlich etwas, was Du nicht hast? Oder lehnst Du etwas in anderen ab? Was wäre, wenn Du Dir erlaubst, diese Gefühle bei Dir selbst wahrzunehmen und zu akzeptieren, dass sie zu Dir gehören?

Wenn wir Projektionen lösen, öffnet sich ein neues, unabhängigeres Blickfeld für die Welt. Dadurch entstehen neue Möglichkeiten, wie wir unser Leben gestalten können.

Mit der Energie gehen

Wenn wir erschöpft sind oder uns ausgebracht fühlen, dann hat das immer mit unserer Energie zu tun.

Wir alle haben 100% Energie. Jeder und jede von uns hat ein unterschiedliches Level an Energie. Manche von uns haben mehr Energie als andere.

Wenn wir dauerhaft mehr Energie verlieren als wir gewinnen, fühlen wir uns erschöpft. Unser Akku ist leer.

Daher ist es entscheidend, dass wir herausfinden, was oder wer uns Energie gibt, und wer oder was uns Energie nimmt.

Energie geben tut uns alles, was uns gut tut. Das können Aktivitäten ganz verschiedener Art sein, aber auch ein gutes Gespräch.

Wir können uns auch selbst Energie geben, durch Erinnerungen an schöne Erlebnisse oder liebe Menschen. Diese Gedanken stärken uns, wenn es uns mal nicht so gut geht. Wir können auch auf schöne Erlebnisse hoffen, ohne zu viel zu erwarten. Wir können nie genau wissen, was passieren wird, aber es tut uns gut, optimistisch zu sein.

Und was uns immer Energie gibt, ist, das Leben nicht so ernst zu nehmen. Humor hilft in allen Lebenslagen!

Letztendlich bestimmt unsere Einstellung langfristig über unser Energielevel. Je offener wir sind, desto eher finden wir Energiequellen.

Wir können uns gar nicht dauerhaft erschöpfen, wenn wir dranbleiben und nach Menschen und Aktivitäten schauen, die uns immer wieder Energie geben.

Freiheit entsteht aus Unabhängigkeit

Es kann uns passieren in unserem Leben, dass wir uns abhängig machen. Dies kann passieren in Bezug auf andere Menschen – Mitglieder der Familie, Freunde, Partner usw. – oder den Arbeitgeber, oder auch unsere Wohnung oder andere Dinge.

Abhängig sind wir dann, wenn wir uns angewiesen fühlen auf die Versorgung. Und dieses Erfüllen unserer Bedürfnisse delegieren wir dadurch an etwas oder jemandem im Außen. Dazu sei aber gesagt, dass uns jemand oder etwas im Außen nie ganz erfüllen können, da niemand uns so gut kennen kann, wie wir uns selbst.

Wir können uns freuen, wenn wir freundliche und schöne Begegnungen mit anderen Menschen haben. Wir können uns auch freuen über ein eigenes Auto, unsere Wohnung oder andere Dinge. Doch wir sollten nie davon ausgehen, dass diese Menschen oder Dinge selbstverständlich sind und unsere Bedürfnisse erfüllen.

Wir können jederzeit bei uns selbst beginnen und uns fragen, was wir eigentlich brauchen. Wie möchte ich leben? Was ist mir wichtig?

Auf diese Weise machen wir uns unabhängig und Freiheit kann entstehen.